Die "Familientherapie" sieht "Probleme" nicht als "Eigenschaften" einzelner Personen sondern mehr und mehr als Bestandteil sozialer Systemstrukturen. Daher werden psychische Störungen nicht mehr als individuelle Prozesse gesehen und der Begriff "Krankheit" gilt nicht mehr als angemessen für Phänomene, die offensichtlich eng verbunden sind mit sozialen Prozessen.

Konsequenterweise behandelt die Familientherapie nicht den einzelnen Patienten sondern die gesamte Familie, auch wenn nur eines ihrer Mitglieder "erkrankt" ist.

"Systemische Therapie" ist die Sammelbezeichnung für eine bestimmte Art des Denkens und Handelns, das vor etwa 40 Jahren mit der Familientherapie einsetzte und sich im Laufe der Zeit von dort her weiterentwickelt hat. Heute wird eher von systemischer Therapie bzw. systemischer Praxis gesprochen, um zum einen zu verdeutlichen, daß es nicht zwangsläufig die Familie sein muß, die im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, zum anderen, daß die Arbeitsfelder neben der therapeutischen auch eine soziale oder politische Ausrichtung haben.


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